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    LAST UPDATE 09.2010

NIEDERGÖRNE
2009

1980, im Jahr meiner Geburt, entschloss sich die Regierung der DDR das größte Atomkraftwerk Deutschlands zu bauen. Und zwar in Niedergörne. Ein kleines Dorf, das bevor es eingeebnet wurde, nicht weit entfernt von meinem Heimatdorf lag. Die Kühltürme am Horizont waren in meiner Kindheit ein gewohntes Bild für mich. 1991 sollte dieses Ungeheuer ans Netz gehen. Die Wende kam dem zuvor. Und so verfiel die Baustelle langsam. Als ich später mein erstes Auto bekam wurde dieser Platz für mich ein häufiges Ausflugsziel, ich hab diese Bauruine fast genauso häufig gesehen wie die Elbstrände der Umgebung. Heute fahre ich immer noch dorthin, es ist fast ein Ritual geworden. Mittlerweile verändert sich der Ort wieder. Die Industrie hat ihn wiederentdeckt. Trotzdem behält dieser Platz für mich immer etwas surreales, entmenschtes. Trotzdem mag ich ihn. Vielleicht liegt es am Beton.